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Die Geschichte der Pikten

Nimm dir Zeit und lese die Informationen aufmerksam durch.

Pikten (lat. Pecti, Pectia; die Bemalten)

Ist der römische Name für Stämme mit keltischer Kultur in Schottland. Der Name wird auf die Sitte, sich mit blauer Farbe zu tätowieren, zurückgeführt. Es könnte aber auch sein, daß sich das "Bemalen" auf die am weitesten verbreitete Kommunikationsform der Pikten bezieht: die bemalten und gravierten Steinstelen. Die Ursprünge der Pikten sind nach wie vor unklar, es scheint sich jedoch um die Ureinwohner Schottlands nördlich der Forth-Clyde-Linie zu handeln. Sie scheinen bereits in der Bronzezeit in dieser Gegend anwesend gewesen zu sein. Einige Historiker vermuten, die Pikten seien die Nachfahren jener Megalithkulturen, die Callanish und andere Steinformationen erbaut und die Inseln wegen der klimatischen Veränderungen verlassen haben. Bei den von den Römern als Pikten bezeichneten Stämmen hat es sich ursprünglich nicht um ein Volk (Ethnie) gehandelt, sondern um verschiedene Stämme mit sich unterscheidenden kulturellen Traditionen, die jedoch angesichts der gemeinsamen Feinde (Römer, Skoten, später auch die Wikinger) politische und militärische Allianzen eingingen. Von der Kultur der Pikten ist wenig bekannt, es sind fast nur Bildsteine und Stelen erhalten, die jedoch mit Schriftzeichen und reich verzierten Ornamenten versehen sind. Ortsnamen sowie die Muster auf ihren kunsthandwerklichen Gegenstände und gravierten Steinen deuten darauf hin, daß es sich bei den piktischen Stämmen kulturell gesehen um bretonische Kelten gehandelt haben könnte. Ihre Feinde, die Skoten hingegen waren gälische (irische) Kelten.


Sprechende Steine - Das geheimnisvolle Volk der Pikten im alten Schottland

Wer in ländlichen Gegenden Schottlands durch Feld und Flur wandert, wird vielleicht zufällig oder auch dem Tip eines Einheimischen folgend auf einem Hügel, an einer Wegkreuzung, in der Nähe eines Bachs oder einer Quelle oder auch auf alten Kirchhöfen auf einzelne verwitterte Steine oder Felsbrocken stoßen, die schwach erkennbar eingemeißelte Muster und Symbole tragen. Bisweilen findet ein Bauer einen solchen Stein beim Umpflügen seines Feldes, hin und wieder werden Exemplare entdeckt, die in mittelalterliche Gemäuer eingearbeitet worden sind. Besser erhaltene Fundstücke kann man in vielen Museen betrachten, wo man dann auch erklärt bekommt, daß es sich bei den archaischen, leicht an keltische Ornamentik erinnernden Tier- und Symbolzeichnungen um Arbeiten der Pikten handelt.
Dieses Volk, das in den frühen Jahrhunderten unserer Zeitrechnung hauptsächlich den Osten und Nordosten des heutigen Schottland, vermutlich bis hinauf zu den Orkney und Shetland-Inseln, besiedelte, stellt eines der größten Geheimnisse der britischen, vielleicht der ganzen europäischen Geschichte dar. Es gibt nur wenig schriftliche Zeugnisse über diese "Menschen am Ende der Welt" als die sie ihren Zeitgenossen im übrigen Europa erschienen sein mögen, und bislang auch nicht allzu viele archäologische Funde - immerhin genug, um einige der schriftlichen Berichte zu verifizieren, andere zu widerlegen und immer neue Fragen aufzuwerfen.
Woher kamen diese Menschen, welche Sprache sprachen sie, wie nannten sie sich selbst, was für ein Leben lebten sie, was dachten und glaubten sie?
Die Symbolsteine als nahezu wichtigste Hinweise auf die Kultur der Pikten zeigen jedenfalls den großen Einfluss auf die keltische Kunst und Ornamentik des frühen Mittelalters - und deuten ebenso Zusammenhänge und Verbindungen zu den jahrtausende alten Megalithkulturen des südlichen und westlichen Europa an. Insbesondere römische Quellen erwähnen die matrilineare Struktur der piktischen Gesellschaft, in der Besitz und sozialer Rang nicht über die Familie des Vaters sondern die der Mutter vererbt wurden. Alte Legenden und Mythen sowie die Überlegungen früher Historiker sprechen von einer geheimnisvollen Herkunft der Pikten wahlweise aus den asiatischen Steppen in der Nachbarschaft der Amazonen, aus Atlantis oder dem Reich der Feen, und manche heutigen Schotten haben das rätselhafte Volk fröhlich als "unsere wahren Vorfahren" und "Schottlands Ureinwohner" vereinnahmt.

Wer also waren diese seltsamen Pikten?
Wie immer, wenn eine Kultur keine eigenen schriftlichen Zeugnisse hinterlassen hat, sind wir neben den archäologischen, also materiellen Funden auf Quellen anderer zeitgenössischer Völker angewiesen. Sowohl in römischen als auch irischen und angelsächsischen Quellen finden wir Hinweise auf die Pikten.
Der römische Schriftsteller Eumenius beschreibt im Jahr 297 n. Chr. die "Picti" und "Hiberni" als "Feinde Britanniens", womit der unter römischer Herrschaft stehende südliche Teil der Britischen Insel gemeint ist.
Als "Hiberni" wurden die Bewohner Irlands bezeichnet, während die "Picti" im Norden der Britischen Insel lebten. Diese von den Römern vorgenommene Unterteilung muß nicht notwendigerweise den vorhandenen verschiedenen ethnischen Gruppen entsprechen, sondern spiegelt zunächst einmal den wertenden Blick der Römer auf die romanisierten, also "zivilisierten", und nicht unterworfenen, also "barbarischen" Stämme einer bestimmten Region. In Zusammenhang mit den Pikten erwähnen die römischen Schriftsteller immer wieder deren "Wildheit" und "Kriegskunst", und tatsächlich sollte es den Römern nie gelingen, den nördlichen Teil der britischen Insel unter ihre Herrschaft zu bekommen. Vom 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung an etablierte sich der Begriff "Pikten" als Bezeichnung für die Bewohner Nordostbritanniens, neben den "Hiberni" (Iren), "Scoti" (in Südwestschottlands lebende Gruppen), eingewanderten Sachsen und "Britanni" im Süden der Insel.
In Quellen aus dem 8. Jahrhundert werden Britonen, Pikten, Schotten und Angeln als Bewohner der britischen Insel aufgezählt. Eine Kultur und/oder ethnische Gruppe, die mit dem Namen "Pikten" beschrieben wurde, existierte also definitiv in den frühen Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Wie sie zu diesem Namen kamen, woher diese Kultur möglicherweise gekommen war und wie sie sich entwickelte, darauf werde ich im Laufe dieses Artikels noch ausführlich eingehen. Als einziges nahezu authentisches schriftliches Zeugnis aus der Spätzeit der piktischen Kultur existiert in verschiedenen Versionen die sogenannte "Piktische Chronik" mit den "Königslisten", die 60 Namen mit Regierungszeiten bis zum Jahr 876 aufzählen. Die vermutlich älteste Version der Chronik aus der Zeit der Herrschaft eines Kenneth II MacAlpin (971-995) liegt uns heute als Kopie aus dem 14. Jahrhundert vor.
Ein Teil der "Piktischen Chronik" basiert auf Schriften des Isidor von Sevilla (560-636), der Vermutungen zu den Ursprüngen verschiedener europäischer Völker anstellte, sich dabei aber eher im Bereich von Sagen und Legenden bewegte, und dessen Aussagen kaum durch andere Quellen oder archäologische Funde bestätigt werden können. Eine andere interessante Quelle ist das von einem Menschen namens Adomnan um xx niedergeschriebene "Leben des heiligen Columban", des bekannten irischen Mönchs, der an der Christianisierung der nordbritischen Bevölkerung im 6. Jahrhundert beteiligt war.

Woher kommt die Bezeichnung "Pikten"?
Der griechische Entdecker Pytheas, der im Jahre 325 v. Chr. um die Britischen Inseln herum segelte, bezeichnete ihre Bewohner als "Priteni". Die Römer verwendeten später diesen Begriff in latinisierter Form, nämlich "Britanni", für die Menschen im Süden der Insel. Der irische Name für die östlichen Nachbarn, genauer gesagt für diejenigen im nördlichen Teil der britischen Insel, war seit jeher "Criuthni" oder "Crutheni". Ebenso wie "Priteni" bezieht sich dieser Begriff auf "Bemalungen" oder Hautritzungen", also eine Art von Körperschmuck, die die frühen Bewohner der britischen Insel anwendeten. Julius Caesar berichtete: "Alle britannischen Stämme bemalen ihre Haut mit blauer Farbe..."
Diese Aussage wurde von anderen Geschichtsschreibern immer wieder zitiert und für eigene Interpretationen herangezogen, wobei man sie zunehmend auf die nordbritischen Stämme bezog - ohne jedoch mit eigenen Augen gesehen zu haben, was man beschrieb. Derartige Fehlinterpretationen und Verzerrungen sind unter antiken Schriftstellern gang und gäbe und ziehen sich oft bis hin zu den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Historikern. Der seit der Zeit der römischen Herrschaft in Britannien gebräuchliche Begriff "Picti" für die nördlich des römischen Herrschaftsgebietes lebenden Stämme wurde jedenfalls von späteren römischen Schriftstellern immer wieder mit dem lateinischen Verb pingo = malen, färben, dekorieren (Partizip pictum, Plural picti = die Bemalten) in Verbindung gebracht.
Es ist mittlerweile durch archäologische Funde nachgewiesen, daß die im südlichen Britannien wohnenden Stämme den Indigo-Farbstoff aus der Waid-Pflanze zum Färben von Kleidung und auch zur Körperbemalung benutzten, wobei man wohl der Farbe eine kultische / magische Funktion beimaß. Es ist gut möglich, jedoch nicht durch Augenzeugenberichte belegt, das die weiter nördlich lebenden Stämme ähnliche Praktiken kannten.
Der römische Dichter Claudian schreibt andererseits über "die mit Eisen markierten Muster auf dem Gesicht des Pikten". Dies deckt sich mit den frühen irischen und griechischen Hinweisen, daß der Körperschmuck der Nordbriten weniger eine Bemalung als eine Tätowierung war. Mittlerweile mutmaßen Forscher, daß der lateinische Begriff
"Picti" die romanisierte Form einer Selbstbezeichnung dieser Menschen darstellt. In der schottischen Volksüberlieferung tauchen sie als "Pexa" oder "Pechta" auf, die altnordischen Quellen kennen sie als "Pettr" und in altenglischer Sprache wurden sie "Peohta" genannt. All diesen Bezeichnungen mag ein Wort aus der eigenen Sprache des piktischen Volkes zugrunde liegen. Über diese Sprache weiß man ebenfalls sehr wenig. Einige Orts- und Eigennamen sind überliefert, daneben dienen Aussagen von römischen und irischen Zeitzeugen als Quelle. Ein großer Teil der in der piktischen Chronik aufgeführten Namen erscheint keltisch. einige Namen lassen sich jedoch nicht auf bekannte keltische Sprachbestandteile zurückführen.
Ein ähnliches Bild ergibt sich aus den römischen Aufzeichnungen britischer Orts- und Personennamen, die größtenteils verschieden alten keltischen Sprachströmungen zuzuordnen sind, jedoch je weiter nördlich nicht-keltische Bestandteile enthalten. Daraus wird zumeist geschlossen, die piktische Sprache sei schon zur Zeit der römischen Herrschaft eine keltische Sprache mit einigen vorkeltischen Überbleibseln gewesen. Das Problem liegt jedoch darin, daß viele piktische Namen erst im frühen Mittelalter, als sich bereits die keltische (gälische) Sprache in Schottland durchgesetzt hatte, aufgezeichnet wurden.
Es mag sein, daß dabei die Namen nicht in der originalen Version notiert wurden sondern in einer veränderten, der gälischen Sprache angepasst - ähnlich wie es die Römer mit fast allen fremdsprachigen Namen machten, die uns oft nur in der latinisierten Form überliefert sind. Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß in dem Bericht über das Leben des Columban erzählt wird, der irische Heilige habe einen Übersetzer benötigt, um 565 n. Chr. dem nordbritischen Piktenfürsten Bridei mac Maelchon zu predigen. Dies bedeutet nämlich, daß sie anders als die im Westen Schottlands siedelnden "Scoti" (= Schotten) nicht Keltisch sprachen.
Die bis heute existierende irisch-gälische und schottisch-gälische Sprache bezeichnet man zusammen mit der ausgestorbenen "Manx"-Sprache (gesprochen auf der Insel Man, zwischen England und Irland) als inselkeltische Sprachen. Sie sind heute noch einander sehr ähnlich, und müssen zur damaligen Zeit noch fast identisch gewesen sein. Die übrigen keltischen Sprachen, die sich davon deutlich unterscheiden - Walisisch, Bretonisch, Galizisch, Cornisch - werden zusammen als festlandkeltische Sprachen bezeichnet. (Die Unterteilung in inselkeltisch und festlandkeltisch ist etwas irreführend, da immerhin die Waliser und Bewohner Cornwalls auch auf den britischen Inseln leben. Sie wanderten aber erst als zweite Sprachgruppe vom europäischen Festland dort ein.
Die Sprachwissenschaftler bezeichnen die Sprachgruppen genauer als p-Keltisch und q-Keltisch) Einige Wissenschaftler nehmen daher an, daß das Piktische den festlandkeltischen Sprachen (p-Keltisch) ähnelte. Andere hingegen vermuten, daß es sich um eine sehr alte, überhaupt nicht indoeuropäische Sprache handelte. In fast allen keltischen Sprachen, den westlichsten Ausläufern der indoeuropäischen Sprachfamilie, finden sich vorkeltische Elemente, die sich hier am längsten und stabilsten halten konnten, während im übrigen Europa die vor-indoeuropäische Urbevölkerung völlig in den neuen Kulturen der Einwanderer aus den östlichen Steppen aufging. Am deutlichsten sind diese Einflüsse in den inselkeltischen Sprachen zu spüren, die sich gegenüber den indoeuropäischen Sprachen auf dem Festland am stärksten veränderten. Als einzige vor-indoeuropäische Sprache in Europa hat sich die der Basken in Nordspanien erhalten - ein Volk welches bis heute durch den nicht immer gewaltlosen Kampf für seine Eigenständigkeit auf sich aufmerksam macht.
Zurück zu den Pikten: Einige überlieferte Namen und Worte lassen auf eine Koexistenz piktischer und keltischer Sprache in den frühen Jahrhunderten unserer Zeitrechnung schließen. Besonders im Süden des piktischen Gebiets, in Nachbarschaft zu keltisch sprechenden Stämmen, begann sich wohl die Sprachen zu vermischen, während die Mehrheit der Pikten in den entlegeneren Gebieten im Norden Schottlands und auf den Orkney-Inseln ihre alte Sprache beibehielt. Auf einigen der piktischen Symbolsteine finden sich Zeichen, die der irischen Ogham-Schrift ähneln, jedoch nicht als irische (keltische) Worte zu entziffern sind. (Wobei die Ogham-Schrift an sich schon eine sehr spannende und rätselhafte Sache ist, denn Wissenschaftler sind mittlerweile der Auffassung, daß es sich auch dabei um eine ursprünglich nicht für die irische Sprache erfundene, also vor-keltische Überlieferung aus dem mitteleuropäischen Raum handelt, die auf noch ungeklärten Wegen nach Irland geriet - aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte...) Es ist auch eine Inschrift piktischen Ursprungs in lateinischen Buchstaben, jedoch unbekannter Sprache bekannt. Ebenso ist ein Stein gefunden worden, der Zeichen in Ogham-Schrift sowie einem völlig unbekannten Alphabet aufweist.

Wenn nun die Pikten keine keltische, sondern eine möglicherweise sehr viel ältere Sprache benutzten - wo liegt dann die Herkunft dieses geheimnisvollen Volkes? Und wie kamen sie in den Norden Großbritanniens?
Die Steine, die uns am Beginn dieses Artikels begegnet sind, können uns wichtige Hinweise zur Lösung dieser Fragen geben: Die frühen piktischen Symbolsteine sind schlichte unbehauene Felsbrocken, mit nur wenigen eingemeißelten Zeichen verziert. Ob sie Landmarken, Gedenksteine, Ritualobjekte, Clan- oder Totemzeichen darstellten, oder mehrere dieser Funktionen in wechselnder Kombination vereinten, entzieht sich unserer heutigen Kenntnis.
Sowohl die stilisierten Tiergestalten als auch die abstrakten Symbole als auch die Steine an sich stehen jedoch in Verbindung zu jahrtausendealten europäischen Traditionen. Über ganz Europa verteilt findet man sogenannte Megalithbauwerke - einzelne oder in Gruppen stehende große Steine, auch in Form von unterirdischen "Grabkammern" oder "Dolmen" genannten Anordnungen, bei denen eine oft zig Tonnen schwere Steinplatte auf mehreren Steinen ruht. Bekannte Beispiele für Megalithen sind Stonehenge (England), Newgrange (Irland) oder auch die Bauwerke auf der Insel Gozo bei Malta. Aufgestellt und benutzt wurden diese Steinsetzungen in einem langen Zeitraum vom 5. bis 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, in der Jungsteinzeit (Neolithikum) und frühen Bronzezeit. Ihre Funktionen sind trotz verschiedenster Spekulationen weitgehend noch unklar, sie mögen kultischer, sozialer und, seltener, astronomischer Natur gewesen sein. Oft stehen sie mit Erdenergien in Verbindung.
In einigen Fällen dienten Megalithbauwerke auch als Bestattungsorte. Einzelne Funde weisen darauf hin, daß die Steinsetzungen durch Bauten aus leichter vergänglichen Materialien ergänzt wurden. Da aus einer so weit zurückliegenden Epoche jedoch kaum Gegenstände aus Holz, Leder oder anderen organischen Materialien erhalten sind, wissen wir wenig über das Leben der damaligen Menschen, ihre Vorstellungswelt und die Bedeutung, die die Megalithen für sie hatten. Allein die Existenz dieser Bauten weist jedoch auf das hohe technische Niveau, Organisationsfähigkeit und somit komplexe soziale Strukturen hin.
Um bis zu 100 Tonnen schwere Steine zu bewegen, sind eine Menge Menschen nötig, und daraus dann noch Kammern und Gänge zu bauen, die in manchen Fällen gar auf astronomische Phänomene (Sonnenwenden, etc.) ausgerichtet sind, erfordert schon einiges an Wissen und Erfahrung mit Maßen, Zahlen, Statik und den Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen.
Und überall weisen Symbole an den Steinen selbst oder einzelne kleinere Fundstücke, z.B. Skulpturen, auf einen Fruchtbarkeitskult hin, der die weibliche Schöpferkraft in den Mittelpunkt stellte und wahrscheinlich animistische Züge trug. Eine ganze Zeit lang herrschte unter den Wissenschaftlern die Meinung vor, daß sich die Megalith-"Kultur" oder -"Religion" von einem bestimmten Ursprung, der im östlichen Mittelmeerraum vermutet wurde, westwärts ausgebreitet hätte. Es scheint jedoch, als hätten sich ab dem 5. Jahrtausend unabhängig voneinander an verschiedenen Orten - Kreta, Malta, Italien, Portugal - unterschiedliche Formen von größeren Steinbauten entwickelt, um sich auf mehreren Wegen nach Nordeuropa zu verbreiten. Einer dieser Wege führte, wie am zeitversetzten Auftauchen bestimmter Ornament-Stile beobachtet werden kann, von Portugal und Südspanien über Frankreich nach Irland und Schottland. In manchen Gegenden, insbesondere in der Bretagne, Irland und auf den Orkney-Inseln entwickelten sich aus den einfachen Formen früher Megalithbauten komplizierte "Trichter-Gräber" oder "Tempelanlagen", wobei die Steine meist reich geschmückt sind mit eingemeißelten Spiralmustern, stilisierten Figuren und anderen Symbolen, die in der Tradition archaischer, bis in die Altsteinzeit zurückzuverfolgender Symbolik stehen.
Eindrucksvolle Beispiele für Megalithbauten im Norden der britischen Inseln sind der Callanish Circle, oder Stätten wie Maes Howe auf den Orkney-Inseln. Dabei ähneln gerade die Bauwerke auf den Orkney-Inseln sehr den iberischen, und man fragt sich vielleicht, ob einige megalithische Einflüsse von Spanien ohne den "Umweg" über Frankreich direkt nach Britannien gelangten - immerhin lassen sich die frühesten Nachweise menschlichen Lebens in Schottland auf 8500 v. Chr. datieren. Diese ersten Bewohner der britischen Inseln vermischten sich im Verlauf späterer Jahrhunderte mit anderen Einwanderern aus dem Norden Europas, die von den Archäologen u.a. als "Becherkultur" bezeichnet wurden und wahrscheinlich vor ca. 5000 Jahren die Landwirtschaft in Großbritannien einführten. Daraus ergab sich schließlich die prä-keltische Bevölkerung der britischen Inseln. Ein Merkmal dieser Kulturen, welches sich in Überresten noch in den keltischen Kulturen findet, ist die matriarchale / matrilineare Sozialstruktur, die offensichtlich auf neolithische oder gar noch ältere Wurzeln zurückgeht.
Um ca. 500 vor unserer Zeitrechnung wanderten keltische Stämme, die sich in jahrhundertelangen Völkerwanderungen von Südosteuropa ausgehend nach Westen ausgebreitet hatten, nach Großbritannien ein. Interessant ist, daß osteuropäische Kelten von den Griechen als hellhäutig und großgewachsen beschrieben wurden, während die Römer später bei ihrer Eroberung Britanniens größtenteils kleinen und dunkelhaarigen Menschen begegneten. An anderer Stelle wird jedoch auch von den römischen Geschichtsschreibern das bekannte Bild des großen, kräftigen und rothaarigen Kelten geschildert, wobei dies sich oft auf Stammesführer bezieht. Archäologische Funde zeigen, daß die vorkeltischen aus dem iberischen Raum stammenden Bewohner der britischen Inseln schlanke, kleine, dunkelhaarige Menschen waren. Es scheint, daß sich die keltischen Einwanderer im Nordwesten Europas stark mit der Urbevölkerung vermischten, dabei auch kulturelle Merkmale, wie die Matrilinearität, religiöse Vorstellungen und künstlerische Einflüsse zum Teil übernahmen - die keltische Glaubenswelt und Mythologie zeigt viele Merkmale, die sich stark von den übrigen indogermanischen Traditionen unterscheiden -, und doch zumindest in der aristokratischen Oberschicht ihr eigenes Erbe zu bewahren versuchten.
Dabei gewann nach und nach der keltische Einfluss die Oberhand und die alten vorkeltischen Völker wurden zu den "Feen" der keltischen Sagen und Märchen. Interessant ist nämlich, daß auch diese als zierlich und dunkel beschrieben werden, und oft in Verbindung zu den alten Steinsetzungen gebracht werden - die zum Teil noch von den keltischen Druiden zu kultischen Zwecken verwendet wurden. Die Pikten in den entlegenen und unwirtlichen Gegenden Schottlands und der nördlichen Inseln waren möglicherweise die letzten Übriggebliebenen der alten Kultur der britischen Inseln, die in den Megalithkulturen Südwesteuropas wurzelte. Gerade an den piktischen Symbolsteinen wird deutlich, woher die Kelten möglicherweise die Inspiration für die bekannten und unverwechselbaren künstlerischen Stilformen bekamen, die wir als so typisch keltisch ansehen. Einige der keltischen Legenden, vor allem aus dem alten Irland, beschäftigen sich mit der Herkunft verschiedener mythischer Völker, und wenn sie auch auf den ersten Blick sehr phantastisch anmuten, zeigen sie bei näherem Hinschauen doch interessante Parallelen zu den archäologischen Befunden: Ein König namens Brigus oder Bregon herrschte über ein Gebiet im heutigen Spanien, welches immer noch "Galizien" heißt - Land der gälischen Leute. Er wird als Begründer der Stadt Brigantia angesehen, und auch als Begründer des ersten kastilischen Königreichs, aus welchem sich später der Vorläufer der modernen spanischen Nation entwickeln sollte. Er sandte einen Teil seines Volkes nach Britannien, diese nannten sich nach ihm "Brigantes" - ein Name der in griechischen Beschreibungen der britischen Inseln auftaucht Der Sohn des Brigus hieß Bile. Mehrere piktische Könige trugen später diesen Namen.
Außerdem taucht der Name in der keltischen Mythologie auf, als Bel oder Belinus, eine Götter- oder Ahnengestalt, zu dessen Ehren möglicherweise die Feuer am Frühlingsfest Beltaine entzündet wurden. Der Sohn des Bile war Milesius, der mythische Begründer des irischen Volkes.
Er verbrachte in seiner Jugend einige Jahre in Ägypten, wo er sich als heldenhafter Krieger hervortat, und dafür Scotta, die Tochter des Pharaos, zur Frau bekam, und später nach Irland reiste, den Krieg gegen die dort lebenden Tuatha de Danaan anführte, welche nach dem Sieg der Milesianer in die Anderswelt der Feen verschwanden. Einer der Söhne von Milesius, Heremon mit Namen, herrschte als König über Irland, als eine neue Gruppe von iberischen Siedlern ankam. Diese wurden von den Iren "Cruitnii" genannt, die Leute der Muster oder Zeichen. Sie baten den König Heremon, ihnen einen Teil des neu eroberten Landes zuzuweisen, aber er weigerte sich. Da sie keine Frauen aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, gab er ihnen die Witwen der getöteten Tuatha de Danaan als Frauen und sandte sie mit einem Teil seiner eigenen Leute nach Osten, um das Land namens "Alba" zu erobern, mit der Bedingung, daß sie und ihre Nachkommen dem König von Irland untergeben seien, und daß die familiäre Herkunft nach der mütterlichen Linie gewertet werde. Es bleibt anzumerken, daß alle diese alten Legenden erst in viel späterer Zeit, nach Einführung der Schriftkultur durch die frühen christlichen Mönchen in Irland, niedergeschrieben wurden, und vieles von den ursprünglichen Gedanken nur noch erahnt werden kann, da sich in der langen Zeit der Weitergabe dieser Legenden zwangsläufig Bedeutungsverschiebungen, Uminterpretationen und Verfälschungen eingeschlichen haben. Aus dem Dunkel der schriftlosen Zeit und der verschlüsselten Mythen treten die real existierenden Pikten ins Licht der schriftlichen Überlieferung, als das römische Reich sich nach Nordwesten auszudehnen beginnt.
Die Römer, die sich im 1. Jahrhundert v. Chr. zur Weltmacht entwickelten, kannten bereits die "Orcadianer" aus dem fernen Norden (Bewohner der Orkney-Inseln, also vermutlich Pikten) als gefürchtete Seemacht in der Nordsee. Es scheint, daß die Pikten nicht nur auf dem Landweg mit ihren näheren Nachbarn Handel trieben sondern auch bis nach Westfrankreich und Spanien Kontakte pflegten. Nach der ersten Landung römischer Truppen an der britischen Küste im Jahre 55 v. Chr. unter Julius Caesar gelang den Römern 43 n. Chr. unter Kaiser Claudius die Eroberung Britanniens. Ihr Machtbereich beschränkte sich zunächst jedoch nur auf den Süden der Insel, und sie drangen in den folgenden Jahrzehnten weiter nordwärts vor. Bis 78 n. Chr. hatten sie das ganze heutige England bis zum Fluss Tyne (bei der heutigen nordenglischen Stadt Newcastle) und dem Solway Firth unter ihrer Kontrolle, und versuchten weiter nach Norden vorzustoßen.
Im Jahre 84 n. Chr. siegte eine römische Armee unter Agricola über die "Kaledonier" (wobei unklar ist, um was für nordbritische Stämme es sich dabei handelte). Die nördlichen Gebiete konnten jedoch nicht gehalten werden und man zog sich wieder bis zur Tyne-Solway-Linie zurück, wo 120 n. Chr. der Hadrianswall als Schutz gegen die "Barbaren" aus dem Norden entstand, die sich dort in den folgenden Jahren beständige Kämpfe mit den Besatzern lieferten. Weiterhin wurden Versuche unternommen, die nordbritischen Stämme unter römische Herrschaft zu bringen. Noch einmal gelang es den Römern weiter nördlich bis zum schmalen "Hals" Schottlands, der durch die tiefen Flußmündungen Firth of Clyde (bei Glasgow) und Firth of Forth (bei Edinburgh) entsteht, vorzustoßen. Dort wurde 142 n. Chr. der Antoniuswall als neue Grenze der "zivilisierten Welt" errichtet. In Wirklichkeit befand man sich hier aber schon tief im Feindesland und der neue Wall lief wahrscheinlich mitten durch piktische Stammesgebiete. Die römischen Befestigungen wurden in den folgenden 40 Jahren immer wieder angegriffen, und zwar nach Angaben der Geschichtsschrei-ber von einem Volk der "Maeatae", die neben den "Caledoniern" als Feinde Britanniens bezeichnet werden. Der Antoniuswall wurde gegen Ende des 2. Jahrhunderts schließlich aufgegeben, und der südlichere Hadrianswall blieb die Grenze zwischen Römisch-Britannien und dem freien Piktland. Perioden des Friedens wechselten sich mit immer wieder aufflammenden Kämpfen ab.
Während des 4. und 5. Jahrhunderts wurden mehrere Kampagnen gegen die "Kaledonier" geführt, und auf der Gegenseite verbündeten sich die nordbritischen und irischen Stämme zu Raubzügen gegen Südbritannien.
Verschiedene Geschichtsschreiber notierten, daß es bei diesen zu Land und Wasser geführten Attacken hauptsächlich ums Beutemachen ging. Die Römer beschreiben die nordbritischen Stämme dabei wahlweise als "Kaledonier", "Pikten", "Maeatae" und "Verturiones", wobei die letzteren beiden möglicherweise lateinische Versionen piktischer Eigenbezeichnungen waren, und berichten auch, daß die verschiedenen Stämme, wenn sie nicht gerade gegen die Römer kämpften, sich untereinander bekriegten. Während die im Südosten des piktischen Gebiets siedelnden keltischen Schotten zunächst als Feinde betrachtet und bekämpft wurden, verbündeten sich nach dem Abzug der Römer aus Britannien im 5. Jahrhundert hin und wieder Schotten und Pikten, um britische Siedlungen zu überfallen und die Bewohner auszurauben. In dieser Zeit vermischten sich wohl auch langsam die Schotten und Pikten im Süden Piktlands und die Pikten adaptierten die schottisch-keltische Sprache. Aus dem 7. Jahrhundert sind uns Informationen über eine möglicherweise für die weitere Entwicklung Schottlands bedeutende Schlacht ü berliefert.
Am 20. Mai 685 kämpften in Dunnichen die Pikten unter Bridei mac Bili gegen anglische Stämme, die seit einiger Zeit das Gebiet der heutigen nordenglischen Grafschaft Northumberland besiedelten und Teile des piktischen Gebiets besetzt hatten. Nach Meinung einiger Historiker schuf dieser Sieg die Grundlage für die spätere Entstehung eines schottischen Königreichs. Die Angeln, die nach den Kelten und Römern die nächsten Einwanderer auf der britischen Insel waren und die spätere Entwicklung wesentlich prägten (der Name England geht auf sie zurück), hätten sonst womöglich ihre Herrschaft über ganz Nordbritannien ausgedehnt und Schottland als eigenständiges Land mit keltischen Wurzeln hätte sich nie entwickeln können. Mit ähnlichem Erfolg wehrten die nordbritischen Stämme auch immer wieder Angriffe der skandinavischen Seefahrer ab, die für Furcht und Schrecken an den britischen Küsten sorgten. So beziehen sich fast alle unsere Informationen über die Pikten auf ihre meist kriegerischen Kontakte zu ihren Nachbarvölkern. Wie sie in den frühen Jahrhunderten unserer Zeitrechnung (und möglicherweise auch schon lange davor) lebten, was sie dachten und glaubten, liegt größtenteils im Dunkeln.
Erst in den letzten Jahren interessiert sich die archäologische Forschung zunehmend für die Hinterlassenschaften dieses Volkes. Man weiß, daß sie Landwirtschaft, Fischfang und Jagd betrieben, in Häusern aus Holz, Torf und seltener Stein wohnten, und auch Türme und Festungsanlagen zu Verteidigungszwecken bauten. Neben den Symbolsteinen sind es vor allem künstlerisch hochwertige Gold-, Silber- und Bronzearbeiten, die uns Einblicke in die piktische Welt bieten. Schmuckstücke und andere wertvolle Gegenstände wurden des öfteren in großen Mengen an bestimmten Stellen vergraben, wohl um sie zu verstecken oder vor Diebstahl zu schützen. Interessanterweise handelt es sich dabei nämlich nicht, wie man annehmen könnte, um Grabbeigaben. Den Toten wurden keine materiellen Dinge mitgegeben, was möglicherweise Rückschlüsse auf die piktischen Vorstellungen vom Tod oder einem Leben danach zuläßt. Wenngleich in vielen Quellen von piktischen "Königen" die Rede ist, so darf man sich doch nichts allzu theatralisches darunter vorstellen. Wie ihre südlicheren keltischen Nachbarn lebten die Pikten in Stammesgruppen, möglicherweise mit einer Volksversammlung und gewählten Anführern, die sich nur zu militärischen Zwecken unter einem jeweiligen "König" zusammenfanden.
Bei der Frage nach den religiösen Bräuchen können uns wieder die Symbolsteine weiterhelfen, denn die sehr realistischen Tierdarstellungen zeigen die gleichen Geschöpfe, die auch bei den keltischen Nachbarvölkern von kultischer Bedeutung waren und die später in den schriftlich fixierten Mythologien der Iren und Waliser auftauchen: Die Schlange galt als Symbol der Göttin Brigid, einer machtvollen Gestalt, die mit dem Element Feuer wie auch Wasser in Verbindung stand und als Schutzherrin des Herdfeuers, des Schmiedehandwerks, der Heilkunst, Poesie, Weissagung und Hellsicht wie auch des Lernens verehrt wurde und später in christlicher Zeit zur Heiligen Brigid mutierte.
Eine weitere wichtige Rolle spielte die Pferdegöttin, bei den Kelten Epona genannt, die Stärke und Mut, aber auch magische und prophetische Fähigkeiten verkörperte, und den Menschen die Reise in die magische Anderswelt ermöglichte. Der Hirsch war bei den keltischen wie auch vorkeltischen Völkern Britanniens Symbol der Königsherrschaft. Unter dem Namen Cernunnos wurde er als Gott der Jagd angerufen. Er verkörperte die (vergängliche!) Macht und Fruchtbarkeit des jeweiligen Stammesfürsten im Gegensatz zur ewigen beständigen Macht der Mutter- und Erdgöttin.
Viele dieser spirituellen Vorstellungen scheinen die Kelten von den älteren Völkern Westeuropas übernommen zu haben, insofern ist es gut möglich, daß die Pikten ähnliche Kulte praktizierten, und daß die Symbolsteine eine wichtige Rolle dabei einnahmen. Seit dem 5. Jahrhundert versuchten irische Mönche wie der bereits erwähnte Columba, die Pikten zum Christentum zu bekehren, und aus dieser Zeit stammen Symbolsteine, die grob in der Form von Kreuzen behauen sind und oftmals christliche neben heidnischen Symbolen aufweisen. Viele solcher Steine sind auf Kirchengrundstücken zu entdecken, die ja oft alte vorchristliche Kultplätze waren. Daraus schließen manche Forscher, daß die Christen versuchten, die alte Tradition und wichtige kultische Bedeutung der Steinbearbeitung für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Andersherum könnte man aber auch meinen, daß eine gewisse Begeisterung der Menschen für die neue Religion sich in der Motivwahl auf den Steinen niederschlug. Die gleichzeitige Verwendung christlicher und heidnischer Symbolik lässt auf eine Koexistenz beider Religionen schließen, wie sie auch für das frühchristliche Irland nachgewiesen ist.
Erst als im 7. Jahrhundert die irischen Missionare mit ihrer eher mystischen Ausrichtung durch die römisch-katholische Kirche verdrängt wurden, änderte sich das Verhältnis zu der immer noch den alten Glaubenstraditionen anhängenden Bevölkerung Britanniens. Gerade in den ländlichen Gebieten Nord- und Ostschottlands zeigen sich jedoch in der Folklore der folgenden Jahrhunderte wie auch im Denken und Fühlen der Menschen bis heute Einflüsse des naturreligiösen Gedankenguts. Ebenfalls für das 7. Jahrhundert ist die Vereinigung der sieben fürstlichen piktischen Familiengeschlechter zu einem "Königreich" belegt. Aufgrund der bis in diese frühmittelalterliche Zeit bestehenden matrilinearen Gesellschaftsordnung wurde im Jahre 843 Kenneth mac Alpin, Sohn eines keltischen Schottenfürsten und einer piktischen Prinzessin zum König über Schotten und Pikten.
Möglicherweise aufgrund eines tiefen Hasses gegen sein piktisches Nachbarvolk ermordete er in einer als "MacAlpin's Verrat" überlieferten Aktion alle Mitglieder der sieben königlichen Piktenfamilien, so daß von da an die schottische Linie als Könige über Nordbritannien herrschte. Das gesamte Gebiet wurde mit dem gälischen Namen "Alba" bezeichnet, den es heute, alternativ zu der englischen Bezeichnung "Schottland" immer noch trägt. Ihrer politischen und spirituellen Führung beraubt, gingen die Pikten wahrscheinlich nach und nach in der sozial und kulturell dominanten schottischen Bevölkerung auf. Jedenfalls gibt es keine Hinweise darauf, daß sie auf unnatürliche Weise ausgerottet, weggezogen oder aus dem Land vertrieben worden sein könnten. Jedoch schon 100 Jahre nach MacAlpin's Verrat sprach man von den Pikten als einem legendären Volk der Vergangenheit.
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